Samstag, 11. Oktober 2014

12.09.2014 - 09.10.2014 Vietnam


Wie ihr bereits von meinem Kambodscha Blog wisst, hatte Dave Dengue Fieber. Unser ursprünglicher Plan, nämlich das Mekong Delta zu erkundigen fiel dementsprechend ins Wasser. Am 12.09. verabschiedeten wir uns nach ein bisschen mehr als 2 Wochen von Kambodscha. Wir nahmen einen Minibus bis zur Grenze und dann wieder ein Bus von der Vietnam Grenze bis ins nächste Dorf Ha Tien. Dort mussten wir ca. 2 Stunden für den Anschlussbus nach Can Tho warten. Dave's Gesundheitszustand war zu diesem Zeitpunkt gar nicht gut. Zudem entdeckten wir violette Punkte an seinen Beinen, was uns extrem beängstigte wegen Verdacht auf Meningitis. Somit wurden für uns die nächsten 6 Stunden im schlimmsten Bus ever zur Qual. Dieser Bus hatte keine Federung was auch immer! Wir erreichen Can Tho gegen 20h00 am Abend, nehmen Motorrad-Taxi (Passagier hinten auf einem Motorrad) zum Hotel und erkundigen uns nach dem nächsten Doktor/Spital. Ein Spital ist in Laufdistanz, somit gehen wir dorthin. Ich habe vorher noch schnell das Wort Meningitis auf Vietnamesisch gegooglet. Die Rezeption im Spital schicken uns mit dem Taxi zum Hauptspital, wo wir Spitalleben à la Vietnam erleben. Wow! Die Ärzte sind nett und versuchen ihr bestes. Wir werden in einen "privaten" grossen Raum geführt, weg von all den leidenden Vietnamesen, die im Hauptraum zusammengepfercht auf ihre Behandlungen warten. Müde vom langen Tag und sehr besorgt, warten wir dort auf die Bluttests etc. Die jungen Studenten freuen sich extrem, endlich deren Englisch auszutesten und lassen uns nicht aus den Augen. Gegen 23h00 kommen die Ärzte zurück mit den Resultaten und im gebrochenen Englisch erklären sie uns, dass sie denken Dave hat Dengue Fieber. Jedoch sind sie nicht 100% sicher und wollen ihn für ein paar Tage dort behalten und überwachen. Never, ever in diesem Spital!!! Wir entscheiden uns, somit am nächsten Tag den Bus direkt nach Ho Chi Minh City zu nehmen und dort in ein besseres Spital zu gehen. Somit fiel für uns das Mekong Delta ins Wasser - danke Moskitos!

Somit gingen wir sofort zum Medical Center in HCMC und die konnten uns dann schnell bestätigen, dass es Dengue Fieber ist. Dave entschied im Spital zu bleiben. Man kann nicht viel machen bei Dengue Fieber, die Ärzte wollten einfach die Blutplättchen im Auge behalten da diese bei Dengue sehr tief fallen können. Sobald diese sich aber stabilisieren und aufwärts gehen, ist alles ok. Dave verbrachte somit 3 Nächte im Spital, während ich mich mit HCMC vertraut machte und den täglichen Spaziergang zum Spital im Schlaf ausübte :-) Nachdem Dave dann endlich von Spital entlassen wird, treffen wir uns mit Ben von HCMC Motorbikes und haben ca. 4 Stunden Fahrschule mit den Honda Win 100cc Bikes, die wir kaufen wollen. Nach Parkplatzfahren geht es dann auch ins richtige Leben oder ins Chaos von HCMC :-) Ehrlich: Das Chaos ist gar nicht so chaotisch sobald man sich in der Mitte befindet :-) Ich habe auf jeden Fall meinen Spass und meine Gangster Gene kommen ein bisschen zum Vorschein :-) Wir kaufen die Bikes und am 18.09. starten wir unser Abenteuer Vietnam auf dem Rücken eines Bikes :-) Let's rock'n roll :-)

Start unserer Reise in HCMC :-)

 Unsere Route führt uns von HCMC an der Küste entlang nach Mui Ne, ein wirklich herziges Städtchen bekannt für die atemberaubenden roten und weissen Sanddünen. Von Mui Ne ging es Richtung Norden Norden in die Berge nach Dalat. Leider begingen wir den Fehler eine auf googlemaps "weisse" Strasse zu wählen - nein Danke! Leider spielen unsere Bikes den ganzen Tag verrückt - die mögen diese "weisse" Strasse leider auch nicht....Endlich wieder auf den normalen Strassen und ca. 30km von Dalat nehmen wir die "falsche" Abzweigung und landen auf einer Art Autobahn. Super Strassen und fast kein Verkehr, nur das Verboten Motorbikes Schild taucht regelmässig auf...Wir sind jedoch nicht die einzigen :-) Leider entscheidet mein Bike nach ca. 3km endgültig Feierabend zu machen. Ein Vietnamesisches Paar, dass sich auch auf der falschen Strasse befindet versucht uns zu helfen und telefonieren herum. Jedoch will kein Mechaniker auf einer "keine-Motorbikes-gestatteten-Strasse" ein Motorbike reparieren. Im Ende stosse/rolle ich mein Bike die 3km zurück - gutes Training:-) Das vietnamesische Paar begleitet uns die ganze Zeit und übersetzt beim Mechaniker! Es wird langsam dunkel und wir entscheiden uns dann in diesem Dorf zu bleiben, während das Paar sich verabschiedet und die richtige Strasse nach Dalat nehmen :-) Am nächsten Tag erreichen wir dann auch ohne Probleme endlich Dalat. In den Bergen gelegen ist das Klima sehr angenehm und wir fühlten uns sofort wohl. Die Fahrt von Dalat nach Nha Trang am nächsten Tag war dann einfach spektakulär. Kurvige Passstrasse mit Blick auf das Meer. Toll! Von Nha Trang fuhren wir dann die nächsten Tage auf dem Highway Nr. 1 Richtung Norden mit dem Ziel Hoi An. Wie uns schon vorher bewusst war, Highway Nr. 1 ist die Hölle. Naja bewusst und wirklich realisieren sind zwei verschiedene Dinge. Es ist die absolute Hölle! Verkehr und Strassenzustand - keine Ahnung was schlimmer ist! Je nördlicher wir kamen desto besser wurde es -gottseidank! Die Tage auf dem Highway 1 waren eigentlich nicht geplant - leider lief uns ein bisschen die Zeit davon und der ursprüngliche Plan wieder zurück in die Berge und auf dem Ho Chi Minh Trail nach Hoi An zu fahren fiel dann eben leider ins Wasser. Wäre auf jeden Fall viel viel besser gewesen! Anyway, in Hoi An angekommen konnten wir nicht viel anders als uns zu verlieben. Es ist wirklich ein süsses Städtchen. Klar, voll Touristen - aber der Charme dieses Ortes liess und das vergessen. Zudem fiel Dave in Kaufrausch und liess sich für USD 200.00 Kleider anfertigen. Mein Kleid für USD 60.00 war ein Schnäppchen dagegen :-) Das Essen in unserem kleinen Café neben dem Hotel war einfach nur köstlich und soooooo billig! Def. nun unsere Nummer 1 und Siem Reap fällt auf Nummer 2 zurück :-)

Kleider anfertigen lassen in Hoi An
Wie gesagt, wir waren eben leider ein bisschen in Zeitnot (alles Dave's Schuld wegen seinem Dengue Fieber :-)))). Wir entschieden uns aus diesem Grund am nächsten Tag, nachdem wir von Hoi An auf dem Hai Van Pass nach Hué gelangen (wunderschöne Aussicht - lohnt sich auch wenn die Strassenbedingungen ein bisschen zu Wünschen lassen), mit dem Zug nach Hanoi zu fahren und so Tage zu sichern. Leider war kein Platz für unsere Bikes, somit nahmen wir den Bus nach Hanoi (Schlafbus mit Betten) und die Bikes wurden im Gepäckfach des Busses verstaut - arme Bikes! Nach 14 Stunden Bus - nicht viel Schlaf, erreichen wir Hanoi - die Bikes überlebten mit kleineren Schäden. Wir fuhren direkt zum Bahnhof, da wir von hier den Zug nach Lao Cai in den Bergen nehmen wollen. Der Tageszug ist leider keine Option (wirklich unfreundliche Leute in diesem Hanoi!) somit müssen wir bis am Abend 21h50 warten...Wir sind müde und entscheiden uns ein Tageshotel zu nehmen um wenigstens ein bisschen Schlaf zu bekommen bevor wir die 12 Stunden Zugfahrt antreten. In Lao Cai angekommen geht es ca. 77km nach Bac Ha. Wir erleben unseren ersten Tag Bike fahren im Regen...Aber auch im Regen sehen wir wie atemberaubend die Landschaft entlang der Passstrasse ist. Am nächsten Tag, der Himmel hat sich geklärt und wir sind ausgeruht uns bereit für unsere 22km Wanderung entlang Reisterrassen, durch kleine Dörfer, rauf und runter auf Lehmwegen etc. Wir sind die einzigen Touristen unterwegs und unser Guide führt uns sicher durch diese einmalige Landschaft! Von 1400müm hat man auch wirklich eine spektakuläre Aussicht! Ich merke doch wie sehr ich die Schweizer Berge vermisst habe!!! Und dass es in England keine Berge gibt :-) Aufwärts ist für mich grundsätzlich kein Problem - ich bin nicht ein grosser Fan vom runter gehen...War ein super Tag und hat sich auf jeden Fall gelohnt auch wenn mich meine Wadli noch für Tage an meine "Untrainiertheit" erinnern. Von Bac Ha geht es dann via Lao Cai nach Sapa, der wohl bekannteste Ort in den Bergen. Wieder einmal atemberaubende Landschaft währen unsere Bikes den steilen Aufstieg auf 1650müm bewältigen. Man kommt vom Staunen nicht heraus! Sapa liegt an einem steilen Abhang mit Blick auf den höchsten Berg Vietnams, den Fanispan (ca. 3100müm). Viel touristischer als Bac Ha aber mit der Aussicht ist es doch ein Juwel!

Trekking in Bac Ha 1400müM

Trekking Bac Ha mit Guide

Und nun kommt das Highlight der ganzen Reise: Von Sapa geht es über die Passstrasse auf ca. 2000müm und dann weiter durch Bergtäler, entlang Bergflüssen, und immergrünen Reisfeldern südlich auf dem QL 32. Einfach nur WOW! Ein Mekka für Motorradfahrer - nach jeder Kurve eröffnet sich spektakuläres Panorama! Es konnte gar nicht besser werden - war perfekt! Einziger Negativpunkt: Nächstes Mal mit der GoPro (Videokamera, die man am Helm befestigen kann). Man kommt gar nicht mehr aus dem Staunen heraus! Es ist einfach atemberaubend! Zudem fast kein Verkehr, grundsätzlich sehr gute Strassenverhältnisse ausser dass sie am Moment ein bisschen Strassenarbeiten am Laufen haben, was zum Teil zu Offroad fahren führt :-) Aber auf jeden Fall für Dave und mich waren diese Tage von Sapa nach Hanoi das absolute Highlight! Wer in Vietnam ist und nicht ein paar Tage mit dem Bike im Norden herumkurvt verpasst soooooo viel!!!!

auf dem Weg :-)
 Zu schnell erreichen wir dann die Hauptstadt Hanoi und wieder einmal im verrückten Verkehr herumzukurven stiehlt das eine oder andere Grinsen auf unsere Gesichter. Chaos und doch irgendwie ein System :-) Wir fahren zum Hotel und am selben Nachmittag sind unsere Bikes verkauft. Es war Zeit...Beide Bikes haben ein bisschen gelitten :-) Jedoch vermisse ich mein Bike jeden Tag - war wirklich ein unbezahlbares Erlebnis!

Wir buchten eine 2 Tage / 1 Nacht Kreuzfahrt in der Halong Bay, einem der wohl berühmtesten Plätze Vietnams oder Weltweit. Wunderschönes Panorama und soooo viel zu essen! Sogar Dave musste kapitulieren :-) 
Halong Bay
 Und dann hiess es für uns auch schon Abschied nehmen! Eine 24-stündige Busfahrt bringt uns von Hanoi nach Vietiane (Hauptstadt Laos). Definitiv nicht zu empfehlen und war eine Tortur! Mehr zu Laos im nächsten Blog.
Fazit Vietnam: Einmalige Landschaften, feines Essen und man muss es einfach auf dem Rücken eines Motorbikes erlebt haben! :-)  

Weitere Fotos hier

Sonntag, 14. September 2014

26.08.2014 - 12.09.2014 Kambodscha



Mein Flug von Perth - Singapur verlief ohne Turbulenzen und ich hatte sogar 3 Sitze für mich alleine, was mir ermöglichte mehr oder weniger durch den ganzen Flug hindurch zu schlafen :-) Danach hiess es für mich 5 Stunden in Singapur zu warten, bis ich dann meinen Anschlussflug nach Bangkok antreten konnte. Das ermöglichte mir im Duty Free Shop eine neue Kamera zu kaufen, da meine alte Kamera (sorry Sonja) leider einen grösseren Displayschaden erlitten hatte.
Bangkok ist soooo gross! Um die 8 Millionen Menschen leben hier - die Schweiz in einer Stadt! Dave und ich trafen uns im Hotel, das mehr oder weniger nahe der Busstation war, wo wir am nächsten Tag den Bus nach Kambodscha nehmen werden. Hallo Asien, das Klima ist natürlich auch ganz anders als in Perth. Viel wärmer, viel stickiger und einfach Asien. Für Leute, die schon mal in Asien gewesen sind, wissen wohl was ich meine. Es schmeckt einfach wie Asien...Mit grosser Überraschung war es für mich jedoch nicht allzu hart, mich an die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze zu gewöhnen. Ich kaufte mir dann auch gerade Malaria Tabletten, um dieses Risiko auszuscheiden. Um die CHF 15.00 für 70 Pillen, welche ich jeden Tag nehmen muss. Und "touch wood" aber bis jetzt hatte ich noch keine Nebenwirkungen abgesehen von ein bisschen höherer Tendenz für Sonnenbrand.
Bangkok - Siem Reap
Unser Aufenthalt in Bangkok war nur für eine Nacht, bevor wir am nächsten Morgen dann den 7-stündigen Bus nach Siem Reap in Kambodscha. Da Dave und ich im Voraus schon das E-Visa im Internet beantragt hatten, ging es für uns recht schnell durch die ganze Grenzkontrolle. Am späteren Nachmittag erreichen wir dann Siem Reap, die wohl bekannteste Stadt in Kambodscha durch die berühmten Tempelanlangen von Angkor und dem noch mehr berühmten Tempel Angkor Wat. Wir übernachteten für 4 Nächte in einem Hotel namens Bliss Villa, in der Nähe des Night Markets und kann es nur empfehlen. Den nächsten Tag verbrachten wir natürlich in den Tempelanlagen von Angkor. Wir mieteten einen Tuk-Tuk Fahrer für den ganzen Tag, der uns von Tempel zu Tempel fuhr. Es ist wirklich imposant und die ganze Anlage ist riesig! Nach jedoch 6 Stunden Tempel anschauen, hatten wir dann doch genug. Unsere Favoriten waren einstimmig Angkor Wat und Tra Prohm (Tomb Raider Tempel). 
Angkor Wat
Für den nächsten Tag in Siem Reap haben wir einen Ausritt gebucht bei der Happy Horse Farm. Wir werden abgeholt mit einem Tuk-Tuk und zu der ca. 2km entfernten Farm gefahren. Alles sieht super aus, wirklich schöne Anlage, alle Pferde sehen gesund aus und die Leute sind mega nett. Wir haben einen 3-stündigen Ausritt gebucht und sind die einzigen. Wir genossen diese 3 Stunden extrem mit unserem Guide Johnny und Mexico (Dave's Pferd) und Delilah (meine Stute). Den letzten Tag in Siem Reap verbrachten wir mit herumlaufen und erkunden, organisieren für die Weiterreise, etc. Siem Reap ist eine wirklich tolle Stadt (ich fühlte mich sofort zu Hause) und vor allem ist es doch extrem günstig verglichen mit anderen Orten in Kambodscha. Wir hatten unser Restaurant, wo wir zwischen CHF 1.50 und CHF 3.00 für eine Hauptspeise zahlten und das Essen war fantastisch! Zudem hat es mehrere Märkte, wo man typische Souvenirs findet - man muss einfach mit den Händlern zurechtkommen :-) 

Ausritt mit Delilah

Siem Reap- Battambang
Zwischen Siem Reap und Battambang befindet sich der grösste See in Kambodscha - der Tonlé Sap. An Stelle eines Busses haben wir uns entschieden, diese Strecke mit dem Boot zurückzulegen. Die Bootsfahrt dauert zwischen 5 und 9 Stunden, je nach Wasserlevel. In unserem Fall war es um die 6 1/2 Stunden und es war langweilig! Wir sahen einige "floating Villages" und stoppten auch bei einem "floating Restaurant" für Lunch und WC Stop (Boot hatte keine Toilette), jedoch ziehen sich fast 7 Stunden auf dem Wasser extrem in die Länge...Von dem her würde ich diesen Bootstrip nicht weiterempfehlen, da es auch teurer ist als der Bus. Besser einen Tagesausflug von Siem Reap zu den Floating Villages oder dann zwischen Battambang und Phnom Phen.
Wir verbrachten nur eine Nacht in Battambang, war jedoch genug für uns. Ist nichts wirklich spezielles. Vis-à-vis von unserem Hotel (wo wir für CHF 3.00 pro Person/Nacht in einem Doppelzimmer mit Klimaanlage und TV übernachteten) war eine Bäckerei mit soooo leckeren Sachen. Wir konnten natürlich nicht widerstehen :-) 

Floating Villages (schwimmende Dörfer)

Battambang - Phnom Phen
Da wir von unserer Bootsfahrt genug Floating Villages gesehen hatten, entschieden wir uns am nächsten Tag den direkten Bus nach Phnom Phen zu nehmen. Wir zahlten CHF 6.00 für eine 6-stündige Busfahrt, was genial ist. Dass wir die einzigen Touristen in einem lokalen Bus waren störte uns überhaupt nicht, jedoch die TV Show, die gezeigt wurde war mehr ein Katzengejammer als irgendetwas anderes...
Wir erreichten Phnom Phen gegen späteren Nachmittag. Ganz anders als Bangkok erscheint diese Stadt viel kleiner und familiärer. Grund dafür könnte natürlich auch die fehlenden 7 Millionen Menschen sein :-) Auch wenn das Strassensystem von Phnom Phen sehr viel Sinn macht und ordentlich nummeriert ist, ist es doch extrem verwirrend :-)

Die Geschichte von Kambodscha war nie wirklich friedlich und ruhig. Viele Kriege musste dieses Land über sich ergehen lassen. Der bisher letzte Brutalitätsakt ist gute 30 Jahre her, mit den Khmer Rouge und Pol Pot. Sagen wir mal, was Hitler in Europa war, war Pol Pot in Kambodscha. Ein Besuch der "Killing Fields" ausserhalb Phnom Phen ist die beste Möglichkeit hautnah mit den Opfern dieses Regimes zu trauern. Der Begriff "Killing Fields" kommt nicht von irgendwoher. An diesem Ort wurden tausende von unschuldigen Menschen getötet und in Massengräber geworfen. Dort wurde kein Halt von Kindern oder Babies gemacht. Grundsatz war: Es nützt nichts nur das Gras auszureisen. Für Erfolg müssen auch die Wurzeln zerstört werden. 4 Jahre unter Pol Pot beendete das Leben von mindestens 3 Millionen Menschen. Während meines Besuches dort hatte ich durchgehend Gänsehaut. Es passierte nicht nur in Deutschland, es passierte in vielen anderen Ländern...Nach den Killing Fields ging es zum S-21 Museum, von wo die Gefangenen für die letzte Reise zu den Killing Fields geschickt wurden. In diesem Museum sieht man viele Bilder von den Gefangenen, die Foltermethoden und die Zellen. 30 Jahre später kann man sich nur schwer vorstellen, was alles hinter diesen dicken Wänden vorgefallen ist...Ich finde es ist ein absolutes Muss, diese 2 Orte in Phnom Phen besuchen zu gehen aber seit vorbereitet auf die emotionalen Auswirkungen!
Phnom Phen - Sihanoukville
Am nächsten Morgen geht es für uns weiter in den Süden nach Sihanoukville an der Küste Kambodschas. Wir geniessen den Komfort eines luxuriösen Minibusses, der uns in 4 Stunden an die Küste Kambodschas fährt. Wir verbringen die Nacht in Downtown Sihanoukville, wo wir beim Vietnamesischen Konsulat das Vietnam Visa beantragen und unterwegs wieder auf eine Bäkerei stossen. Mhmmm :-)
Sihanoukville - Koh Rong Samloem - Sihanoukville
Mit dem Schnellboot geht es am nächsten Morgen nach Koh Rong Samloem. In 45 Minuten erreichen wir unsere Insel für die nächsten 3 Nächte. Der Sandstrand ist wunderschön, das Wasser türkisblau und klar und die Insel ruhig und perfekt zum relaxen. Wir haben einen wunderschönen ersten Tag am Strand, bevor es dann die nächsten 2 Tage mehr oder weniger nur regnet. Bad luck...Ich lese bis mir die Augen ausfallen, lerne Dave das Kartenspiel "Joker" und schlafe viel. Nach 3 Tagen auf der Insel hatte ich dann auch genug und somit ging es zurück zum Festland. Das Meer war nun ein bisschen rauer als auf der Hinfahrt und Dave kämpft mit seiner Seekrankheit...Wir kommen an einem unterschiedlichen Bootssteg an als auf der Hinreise und nehmen somit halt ein Moto (sitzt hinter einem Motorradfahrer) zurück zum Hotel. Erster Stop ist die Bäckerei natürlich :-) Danach skype ich mit Thom, Karin und mit Mam und Pa. Wow, ich bin vollkommen kaputt nach so viel Schweizerdeutsch :-)
Ich finde Sihanoukville hat doch seinen Charme. Klar, waren wir in der Nebensaison und scheinbar in der Hauptsaison geht hier die Post ab mit Party etc. Wenn man ein Hotel an einem ruhigeren Standabschnitt hat, ist es jedoch voll ok. Und die grosse Auswahl von Restaurants und Shops macht es umso attraktiver.

Koh Rong Samloem

Sihanoukville - Kampot
Am nächsten Mittag, natürlich nicht ohne vorher zur Bäckerei gegangen zu sein, verabschieden wir uns von Sihanoukville und fahren ca. 2h mit einem Minibus nach Kampot. Kampot ist weltbekannt für seinen Pfeffer. Die Flusslage und das herzige Zentrum macht es doch einen Ort, wo es sich lohnt etwas Zeit zu verbringen. In unserem Fall wäre das zwar nur 1 Nacht gewesen bevor es weiter über die Grenze nach Vietnam gegangen wäre. Leider hat Dave jedoch einen Virus erwischt und braucht einige Tage, um darüber hinwegzukommen. Somit verlängern wir unseren Aufenthalt um 3 weitere Nächte. Gemäss dem Doktor, ist es nur ein Virus, somit gilt strikte Bettruhe für Dave und ich beschäftige mich damit, jede Ecke von Kampot kennen zu lernen... :-) Am 12.09. geht es dann endlich mit einem Minibus zur Grenze (ca. 1 1/2h entfernt). Dave ist immer noch sehr schwach und weder die Kopfschmerzen, noch die Gliederschmerzen sind weg. Die nächsten 10 Stunden bis wir dann endlich die Stadt Can Tho in Vietnam erreichen ist Folter für ihn.
Update Dave
Ihr erfahrt dann alles über Vietnam im nächsten Blog, jedoch um es vorwegzunehmen im Moment sind wir in der Weltmetropole Ho Chi Minh City. Nachdem wir am 12.09. am späteren Abend mit dem Bus in Can Tho angekommen sind, gingen wir vom Hotel direkt zum Spital (General Hospital - seeeeehr seeehr dreckig und begrenztes English, aber liebe Doktors). Die nahmen Blut etc. konnten aber nicht zu 100% sagen, dass es Dengue Fieber ist. Unsere schlimmste Vermutung war Meningitis. Sie wollten Dave für ein paar Tage dort behalten aber no way! Aus diesem Grund entschieden wir uns nach nur ca. 4h Schlaf am nächsten Morgen den Bus nach Ho Chi Minh City zu nehmen, damit wir in ein Internationales Spital gehen können. Was für eine willkommene Abwechslung! Total europäischer Standard und alles! Fazit: Dave hat Dengue Fieber und im Moment ist er die 2. Nacht im Spital, da sie täglich sein Blut testen müssen - Sobald die Blutplättchen wieder steigen, ist er gesund! Sie behandeln ihn dort wie ein König und er ist happy :-) Mehr erfahrt ihr dann im nächsten Blog. Unser Plan, Motorbikes zu kaufen und nach Hanoi zu fahren ist jedoch immer noch aktuell :-) 

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Freitag, 29. August 2014

12.08. - 25.08.2014 Perth / Bridgetown



Claire holt mich am Flughafen ab. Sie ist wie eine Schwester für mich. Wir sind beide so müde, dass all der up-to-date-Klatsch-und-Tratsch bis am nächsten Morgen warten muss. Die grösste und schrecklichste Neuigkeit jedoch erfahre ich noch am selben Abend: Ein guter Freund von uns, Andrew, verbringt im Moment 10 Monate in Afrika mit einer kirchlichen Volonteer Organisation und hatte einen schlimmen Autounfall in Botswana. Ein Freund von ihm erlitt tödliche Verletzungen, während Andrew und die anderen Insassen glücklicherweise mit dem Leben davonkamen. Andrew erlitt Hirnblutungen und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Am Samstag 16.08. kam dann die erlösende Nachricht, dass er aufgewacht ist und er keine bleibende physischen Schäden davontragen wird. Phu, das zeigt uns doch mal wieder wie schnell etwas passieren kann und man einfach nie weiss, wann unsere Zeit abgelaufen ist. Wie wertvoll unser Leben doch ist und wie schlimm, dass die meisten von uns jeden Tag als selbstverständlich ansehen. Geht es nicht jedem von uns manchmal so, dass wir uns wünschen es wäre schon morgen? Was ist, wenn es kein morgen gibt? Ich lerne jeden Tag wieder, wie kostbar jede Sekunde und Minute unseres Lebens ist. Und dann denke ich darüber nach, wie viel Zeit wir doch mit Nichtigkeiten verschwenden. Wir leben nur einmal und wir sollten es geniessen. Jede Sekunde davon! Und Wichtig: Get rid of people they drag you down - Löst euch von Menschen, die euch herunterziehen und das Leben schwer machen!

Claire und ich stehen früh auf und fahren direkt nach Bridgetown, zu der Farm ihrer Eltern und wo ich meine erste Farmerfahrung in Australien absolvierte. Back home again. Michael ist am Schafe schären und wir helfen tatkräftig mit. Claire muss zurück zur Arbeit und verlässt uns früh am nächsten Morgen und wir sind beschäftigt mit einer Schulgruppe. Die ganze Farmsituation hat sich geändert und Kristy und Lyndon sind nun verantwortlich für alle Chalets, Gäste, Tiere etc. Michael und Lorraine sind nun offiziell Pensioniert :-) Ich helfe mit, wo ich kann, versuche all mein Gepäck zu ordnen für Asien, unterschreibe meinen neuen Arbeitsvertrag, helfe Lorraine die Chalets zu putzen (sie ist immer noch die "Putzfrau"), helfe mit weiteren Schulgruppen etc. Zudem geniesse ich meine täglichen Spaziergänge in die Baumplantage, welche sich seit Januar unglaublich verändert hat. Das Wetter war extrem wechselhaft mit Regen, Sonnenschein und wieder Regen. Die Dämme sind voll, die Weiden sind grün und die Tiere sind alle in guter Kondition. In ein paar Monaten wird sich das wieder ändern und alles wird braun und trocken sein. Viel extremer als zu Hause. 



Nach meinen wunderbaren Pferden in den Kimberley war es mir überhaupt nicht danach die Pferde hier zu reiten. Tönt ein bisschen arrogant aber ist die Wahrheit. Nichts kann im Moment mein Pony Pluto übertrumpfen....Ich vermisse ihn! Nach 1 1/2 Wochen in Bridgetown hiess es für mich wieder einmal Abschied nehmen von "Familie". 

Ich verbrachte dann die letzten 4 Tage meiner Australienzeit in Perth bei Claire und versuchte nochmals mit all meinen Freunden hier abzumachen und goodbye zu sagen. Nach so langer Zeit hier ist es so hart! Am liebsten würde ich doch bleiben....

Claire und iich <3

Mein grosser Koffer ist auf seiner Seereise zurück nach Europa und ich bin bereit, ein neues Abenteuer in einem anderen Kontinent zu starten. Hello Asia, goodbye Australia. I'll be back! 

bye bye Australia ;-(

22.07. - 12.08.2014 Ravenshoe Milchfarm


Und wieder geht es für mich zurück in die "Kälte". Robyn und die Kids fahren mich zum Flughafen und dann heisst es für mich ein letztes Mal Abschied nehmen vom Top End. Ich liebe diese Region in Australien am meisten. So viel Freiheit, endlose Weiten und Land der Rinderfarmen. Für mich wäre das der ideale Ort zum Leben - jedoch immer nur für das australische Winterhalbjahr oder die Trockenzeit von April - Oktober. Danach ist es zu heiss, Luftfeuchtigkeit jeden Tag um die 100% und viele viele Moskitos...

Drei Monate nach meinem Flug von Darwin nach Cairns geht es für mich nun wieder zurück nach Cairns und zurück in die Atherton Tablelands. Zurück zu den Milchkühen und vor allem dem typischen Stallgestank oder Geschmack :-) Zurück zu ein bisschen Familie :-)

Für mich ändert sich nicht viel, da ich auch in den Kimberley immer um 5.30 aufgestanden bin. Somit macht es für mich keinen grossen Unterschied um 5.00 aufzustehen. Einziger Unterschied: die Kälte! Brrrrr.... Die Tablelands sind ein komplett anderes Klima als Cairns Region. Durchschnittlich ca. 5 Grad kälter als in Cairns und regnerischer und mehr Wind. Zudem heisst der Hügel auf dem die Milchfarm ist nicht für umsonst Windy Hill (windiger Hügel). Naja, erinnert mich an den Schweizer Herbst :-) Was jedoch sehr interessant war ist, dass die Tablelands zum Zeitpunkt als ich dort eintraf in einem Dürrestadium war. Konnte mir das gar nicht vorstellen aber ja, die grünen Weiden haben Farbe gewechselt und die Kühe geben merklich weniger Milch und sinken jeden Tag in Kondition. Wir mussten Heu besorgen, was recht teuer ist und die Kühe in den Weiden mit Heu füttern. Zudem wurde auch "ryegrass" gepflanzt, welches durch seine so grüne Farbe von weit her ersichtlich ist. Nach 2 Tagen wunderschönem Wetter für mich fing es doch wieder an zu regnen. Ein Segen für die Tablelands jedoch weniger für mich...Naja ich bin halt die Regenkönigin...

Roberts Frau Dell ging für 2 Wochen nach Brisbane, um ihr Kinder und Grosskinder zu besuchen. Aus diesem Grund offerierte ich für diese Zeitspanne zurück zu kommen und auszuhelfen. In meiner ersten Woche dort war Dell noch zu Hause und ich half ihr im Stall, danach war ich verantwortlich für die Kälber und das Haus. Abgesehen von diesen Arbeiten half ich mit bei den täglichen Arbeiten - sei es Zäune reparieren oder Bewässerungsmaschine auseinandernehmen, Wassertröge reparieren, Rinder von A nach B transportieren, etc. Zudem half ich übers erste Wochenende Rob mit melken, da er im anderen Stall übers Wochenende alleine ist. Leider mussten wir auch 4 junge Rinder erschiessen, da diese den BVD Virus haben und Träger des Virus sind. Für mich hiess das wieder ein bisschen metzgen, da wir den Rumpf als Hundeköder (wilde Hunde) verwendeten. Ich bin langsam richtig gut im Häuten (sorry für die, die diese Zeilen nicht gerne lesen aber naja, es gehört halt dazu).

Ich verbesserte meine Kochkünste - nicht dass diese vorher schlecht waren (einige sagen es ist zu viel Improvisation involviert :-) und fühlte mich sogar recht wohl in der Küche :-) Zudem brachte ich Ordnung in die Kühlschränke und Gefriertruhen. Wie ich euch glaube ich schon mitgeteilt habe tendieren einige Australier zu Verschwendungssucht. Wieder Ordnung in ein System zu bringen und Aussies mit deren Verschwendungssucht zu helfen macht mich dementsprechend extrem glücklich.

In meiner zweiten Woche kam dann auch noch ein Koreanisches Girl, was sich jedoch als Fehler herausstellte. Sehr sehr schlechtes Englisch und wirklich komisches Verhalten halfen nicht wirklich auch wenn sie noch so freundlich und herzig ist. Ich kann mir halt nicht vorstellen wie es ist mit überhaupt keiner Farm Erfahrung aber wie ihr wisst ist meine Geduld halt auch nicht extrem gut. Sie verbrachte auf jeden Fall die meiste Zeit mit Rob. Nach ca. 3 Tagen bei uns wurde sie in der Dairy von einer Kuh gekickt (oder was auch immer) während sie Zitzen sprayte und brach sich die Hand. Naja von useless (ungebräuchlich) fiel sie in die Sparte "keine Verwendung". Armes Girl aber niemand von uns konnte sich vorstellen wie man eine Hand brechen kann während Zitzensprayen. Wir kamen zum Schluss dass Asiatische Kinder wohl nicht die nötige Menge Milch trinken und dementsprechend deren Knochen viel gebrechlicher sind. Da der Unfall auf der Farm passierte konnten wir sie schlecht wegsenden. Somit blieb sie und half so viel oder wenig sie konnte in der Küche und verbrachte den Rest des Tages in ihrem Zimmer. Poor Girl!

Da jede Reise auch einmal ein Ende haben muss und die Realität mich zu einem gewissen Zeitpunkt leider einholen wird, hiess es für mich die Augen offenzuhalten für einen Job. Mit dem Glück auf meiner Seite und der Hilfe meines lieben Bruders Thomas, der mir all meine Dokumente per Mail schickte, konnte ich mein CV überarbeiten und Bewerbungen für offene Stellen im Reisebüro Bereich in Bern versenden. Innerhalb 3 Tagen hatte ich ein persönliches Interview Gespräch mit meinem zukünftigen Boss am Telefon und einen Tag später hatte ich die definitive Zusage als Stv. Reiseberaterin bei Travelhouse in Bern per 01.11. Ich schätze mich mal wieder extrem glücklich, wie alles irgendwie scheint genauso zusammenzukommen wie ich es mir vorstelle. Ich hoffe nun doch sehr, dass ich all den Erwartungen meines zukünftigen Chefs entsprechen werde und er es nicht bereuen wird, mich per Telefon und E-Mail Kontakt angestellt zu haben....

Zudem hatte ich die Gelegenheit mit meiner Schwester Karin zu skypen und ihren wachsenden Bauch zu bestaunen. Krass, wie die Zeit vergeht und sie schon im 8. Monat ist! Tante Monika tönt irgendwie immer noch so komisch :-) An einem Sonntag Morgen CH-Zeit skypte ich dann auch mit dem Rest meiner Familie. Alle immer noch ein bisschen böse, dass ich meine Reise verlängere aber wie gesagt, ich war schon immer das schwarze Schaf in der Familie. Und doch lieben sie mich und ich liebe sie noch viel mehr! Schön, die Stimmen und Gesichter von allen zu sehen und mein Deutsch wieder ein bisschen aufzubessern.

Und schon gingen die 3 Wochen auf der Milchfarm dem Ende zu. Wie könnte es auch anders sein, dass an meinem Abreisetag das Wetter von grau und regnerisch zum strahlendsten Sonnenschein wechselt? Abschied nehmen ist auch immer hart für mich. Ich hatte eine extrem gute Zeit mit den beiden Angestellten Mario und Kevin auf der Farm und werde diese vermissen. Rob, naja er ist ein Charakter und vermissen werde ich ihn nicht :-) Mario fährt mich nach Atherton, wo ich den Bus nach Cairns nehme und dann am Abend meinen letzten Inlandflug nach Perth nehmen werde. Bye bye Queensland - seeya soon. 


Paloma

Herd Health / Tierarzt (monatlich)

Fütterung der "grösseren" Kälber

Warten für in die Dairy

Dairy